Inhaltspapier 2010
Aus Unsere Bildung
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Inhaltspapier: Visionen, aktuelle Probleme und konkrete Alternativen im Bereich der Hochschulbildung
[Bearbeiten] Beschreibung, Struktur, Aufgaben, ...
Dieses Papier ist in keinerlei Hinsicht als komplett anzusehen, es spiegelt lediglich einige Ideen wieder und soll als Diskussionsgrundlage betrachtet werden.
Struktur des Papiers: Wir wollen versuchen die Logik des herrschenden Bildungssystems (Verwertungslogik), die in allen Bereichen spürbar ist, am Beispiel der Hochschulen sichtbar zu machen und Alternativen aufzuzeigen. Für SchülerInnen und weitere Gruppen im Bildungssystem müssten diese Alternativen zusätzlich erarbeitet werden. Das Papier ist in drei Bereiche geteilt: Im ersten Teil soll eine Vision entwickelt werden, wie Hochschulbildung aussehen und welche Rolle sie in der Gesellschaft spielen sollte. Im zweiten Teil sollen aktuelle Sachverhalte und Entwicklungen aufgezeigt werden, die diesem Ideal entgegenwirken. Im dritten Teil sollen Forderungen und Alternativen konkret benannt werden, die aktuell umgesetzt werden sollten. Eine Grundlage des Papiers stellen die bundesweiten Forderungen sowie der Aufruf des Bildungsstreiks 2009 dar.
Was soll das Papier leisten? Im Idealfall entsteht ein Papier, dass von vielen Bildungsstreik Bündnissen getragen wird. Es ist auf den Bereich der Hochschulen zugeschnitten. Das Papier soll kein Selbstverständnis formulieren, sondern letztlich zwei Funktionen haben: Wirkung nach Innen: Im Bildungsstreik wurden bisher vielerorts Kritik an denn vorherrschenden Zuständen genannt. Diese Kritik soll im zweiten Teil des Papiers auf einer allgemeinen Ebene beschrieben werden. Alternativen dagegen wurden kaum formuliert. Dieses Papier soll ein wichtiger Schritt sein, dieses Defizit zu beheben. Dabei geht es um eine Antwort auf die Frage: Wofür streiken wir? Wirkung nach Außen: Der konkrete, dritte Teil des Papiers soll Alternativen entwickeln, die tatsächlich umgesetzt werden können. Daher ist auch die Politik ein Adressat. Denn eines der Ziele des Bildungsstreiks war es immer, neben fundamentaler Kritik auch konkrete Veränderungen durchzusetzen. Im Idealfall kann das Papier beide Aspekte im Zusammenhang vermitteln. Dadurch können auch weitere Menschen motiviert werden, sich an den Protesten und ihrer Organisation zu beteiligen.
[Bearbeiten] E-Mail zur Erklärung
Hallo, da inhaltliche Diskussionen auf den bisherigen Treffen leider oft zu kurz kamen, es aber ein großes Bedürfnis gibt, sich mit solchen auseinander zu setzen, kam die Idee auf, sich zu treffen. Auf Initiative des Heidelberger Bildungsstreikbündnisses haben sich daher dieses Wochenende einige Menschen getroffen, um sich gemeinsam über Bildungsinhalte auszutauschen. Auf dem Treffen haben wir versucht, die Diskussionen auch schriftlich festzuhalten, damit auch andere daran mitarbeiten können. Wir würden uns freuen, wenn dadurch eine inhaltliche Debatte angestoßen werden könnte. Deswegen haben wir den Diskussionsstand ins Wiki gestellt, da dort diskutiert und weitergearbeitet werden kann, wozu wir hiermit auch ausdrücklich einladen möchten.
Neben der inhaltlichen Debatte ist ein zusätzliches Ziel, einen Text zu formulieren. Die Idee ist einen Text zu schreiben, der sowohl die Leute im Bündnis als auch die Leute, die sich für den Bildungsstreik interessieren, anspricht, aber auch mobilisierend sein soll. Wir haben uns bei dem Treffen überlegt, den Text in drei Blöcke zu gliedern: Visionen, momentane Probleme im Bildungssystem (welche die Versionen behindern) und konkrete Forderungen. Thematisch richten sich die Blöcke bisher nach dem bundesweiten Forderungspapier vom Sommer 2009 (Demokratisierung, Lehr- und Lernbedingungen, Soziale Öffnung). Ziel ist, die thematischen Blöcke zu vereinen und die Zusammenhänge herauszuarbeiten. Dies soll erstmal im Wiki passieren, andererseits würden wir dazu eine offene AG vorschlagen, deren Aufgabe es wäre, den Text zu schreiben und ein nächstes Treffen vorzubereiten. Insgesamt ist die Intention des Textes, ein alternatives Bildungskonzept zu entwickeln. Dabei sind wir von folgenden Gedanken ausgegangen:
Wir wollen versuchen die Logik des herrschenden Bildungssystems (Verwertungslogik), die in allen Bereichen spürbar ist, am Beispiel der Hochschulen sichtbar zu machen und Alternativen aufzuzeigen.
„Bildung soll demokratische, herrschaftskritische, wissenschaftliche und soziale Urteilsfähigkeit von möglichst vielen Menschen erreichen, die Druck für gesellschaftliche Veränderungen erzeugen können. Wir streben ein Bildungssystem an, welches diesem Ideal gerecht wird.“
Wir hoffen auf eine anregende gemeinsame Diskussion!
Michael (HD), Kirsten (HD), Mel (HD), Katharina (HD), Eduard (HD), Julia (B), Peter (B), Oskar (B), Jakob (FR), Jannis (BI), Jörg (MS), Michael (MS), Yannick (HD), Nico (HD), Philipp (HD)
[Bearbeiten] Textbausteine und Arbeitsgrundlagen
[Bearbeiten] Visionen (zusammengefasst)
Vision (unvollständig und nicht überarbeitet)
Studien- und Hochschulstruktur und Lehr-Lernformen sind derart einzurichten, dass sie Studierenden eine selbst bestimmte Entwicklung ihrer intradisziplinären, interdisziplinären, demokratischen, physischen und sozialen Fertigkeiten und Fähigkeiten ermöglicht. Und dies auch unter unterschiedlichen Voraussetzungen. Allen muss ein Hochschulzugang und ein erfolgreicher Abschluss möglich sein.
Weder die soziale Herkunft, noch der kulturelle Hintergrund noch Religion noch die finanzielle Situation darf dabei ein Hinderungsgrund sein. Die Hochschule muss allen einen Zugang schaffen. Sie muss also genug der gewünschten Studiengänge bereitstellen und damit Auswahlverfahren überflüssig machen. Sie muss aber auch so strukturiert sein, dass Menschen in verschiedenen Lebenslagen studieren können und allen einen erfolgreichen Abschluss ermöglichen. Niemand darf deswegen ausgemustert werden, da sie z.B. ein Kind bekommt, sich politisch engagiert, arbeiten muss/möchte oder körperlich/geistig beeinträchtigt ist. Jede, die möchte, kann also ein Studium aufnehmen und erfolgreich beenden.
Um dies zu erreichen muss die Hochschule demokratisch aufgebaut sein, damit sie die unterschiedlichen Interessen vereinen kann. Denn in der demokratischen Hochschule ist niemand ohnmächtig. Jedem ist möglich, seinen Teil beizutragen, Veränderungen anzustoßen und die Gemeinschaft zu gestalten. Dies betrifft nicht nur die strukturelle Gestaltung der Hochschule. Vielmehr ist es den Studierenden möglich die Inhalte ihres Studiums selbst zu gestalten, in dem sie ihre Methoden und Inhalte selbst definieren und wählen. Die demokratische Hochschule unterstützt die Studierenden beim Erreichen ihrer Lernziele und betreut diese individuell. Damit das überhaupt möglich ist, sind die Studierenden frei in der Auswahl an Studieninhalten, Lern- und Prüfungsformen. Dabei unterstützen sie sich gegenseitig in einem offenen, selbst verwalteten Lern- als Lebensumfeld, das den Bedürfnissen kollegialer Teamarbeit gerecht wird. Auch gibt es keine routinierten Massenveranstaltungen, keine geistlosen Seminare, keine soziale Beziehungslosigkeit zwischen Lehrenden und Lernenden und keine Diskriminierung. Die Studierenden haben die Möglichkeit, das in der Theorie Gelernte in praktischen Kontexten forschend-lernend zu erproben und zu üben. Fachwissen und allgemeine kritische Urteilsfähigkeit werden verknüpft.
Nur so entwickeln sich Individuen zu aufgeklärten Akteuren der Gesellschaft (BürgerInnen) citoyen, die sich, ihr Studium und ihr soziales Umfeld in den fortschreitend komplexer werdenden Gesellschaftszusammenhängen zu reflektieren und zum Nutzen der Solidargemeinschaft einzubringen vermögen. In der demokratischen Hochschule steigert das aus der Mitbestimmung resultierende Selbstverständnis des Einzelnen den Wunsch nach einer selbst bestimmten Gesellschaft als Ganzes. Gesellschaft und Bildungswesen sind zwei sich gegenseitig bedingende Systeme. Bildung soll demokratische, herrschaftskritische, wissenschaftliche und soziale Urteilsfähigkeit von möglichst vielen Menschen erreichen die Druck für gesellschaftliche Veränderungen erzeugen können.
In einer demokratischen Hochschule werden Entscheidungen von den Betroffenen gefällt. Nichts darf direkt Betroffene an der Mitbestimmung hindern. Erst, wenn ein Problem nicht von der kleineren Einheit gelöst werden kann, ist die nächst größere zuständig. Die demokratische Hochschule wehrt sich gegen jede Form der Fremdbestimmung von Erkenntnis- und Wissenschaftsprozessen, seien sie nun religiöser, politischer oder wirtschaftlicher Natur.
[Bearbeiten] Visionen Demokratische Hochschule
"No education without democracy" - Die demokratische Hochschule - Version 1.1 vom 20.02.10, Aufbau: 1. Vision, 2. Probleme und ihre Ursachen, 3. Forderungen
1. Die Vision Gesellschaft und Bildungswesen sind zwei sich gegenseitig bedingende Systeme. Eine demokratische Gesellschaft bedarf eines demokratisch organisierten Bildungswesens. Deshalb wollen wir die demokratische Hochschule. In dieser Hochschule schafft Gemeinsamkeit Freiheit für alle und da jeder an Entscheidungen beteiligt ist und den Lebensraum Hochschule mit verändern kann, ein nach Freiheit strebendes gesundes Selbstbewusstsein. In der demokratischen Hochschule ist das eigene Handeln spürbar und spiegelt sich in der Gesamtentwicklung der Individuen sowie der Institution wieder. So schafft die demokratische Hochschule Motivation, Kreativität und Identifikation.
In der demokratischen Hochschule ist niemand machtlos/ohnmächtig/ohne Macht. Jedem ist möglich, seinen Teil beizutragen, Veränderungen anzustoßen und die Gemeinschaft zu gestalten. Dies betrifft nicht nur die strukturelle Gestaltung der Hochschule. Vielmehr ist es den Studierenden möglich die Inhalte ihres Studiums selbst zu gestalten, in dem sie ihre Methoden und Lernziele selbst definieren und wählen. Die demokratische Hochschule unterstützt die Studierenden beim Erreichen ihrer Lernziele und betreut diese individuell. In der demokratischen Hochschule steigert das aus der Mitbestimmung resultierende Selbstverständnis des Einzelnen den Wunsch nach einer selbstbestimmten Gesellschaft als Ganzes. Die demokratische Hochschule wehrt sich gegen jede Form der Fremdbestimmung von Erkenntnis- und Wissenschaftsprozessen, seien sie nun religiösen, politischer oder wirtschaftlicher Natur.
In einer demokratischen Hochschule werden Entscheidungen von den Betroffenen gefällt. Nichts darf direkt Betroffene an der Mitbestimmung hindern. In einer demokratischen Hochschule müssen in allen Hochschulgremien alle Gruppenmitglieder zu gleichen Teilen repräsentiert sein. Erst, wenn ein Problem nicht von der kleineren Einheit gelöst werden kann, ist die nächst größere zuständig. In der demokratischen Hochschule gibt es keine routinierten Massenveranstaltungen, keine geistlosen Seminare, keine soziale Beziehungslosigkeit zwischen Lehrenden und Lernenden und keine Diskriminierungen. Die demokratische Hochschule ist der Schlüssel zu einer demokratischen Wissenschaft.
Da Demokratie ohne informationelle Gleichheit und Transparenz nicht existieren kann, müssen diese durch die Verwaltung in den Gremien der Hochschule hergestellt werden.
In der Idee des demokratischen Hochschule vereint sich die Forderung nach sozialem Fortschritt und der Freiheit der Wissenschaft. Die Idee des sozialen Zusammenhalts ist die treibende Kraft der demokratischen Hochschule. Die demokratische Hochschule steht im Dienst der Gesellschaft und arbeitet an der Verbesserung der gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse. Die Gesellschaft finanziert die demokratische Hochschule aus. So entsteht eine unabhängige Wissenschaft und Bildungsvermittlung.
Eine demokratische Hochschule ist ohne eine demokratische Schule unmöglich, da dort Grundsteine für eine demokratische Identität gelegt werden.
[Bearbeiten] Visionen Lehr- und Lernbedingungen
siehe Punkt 2.2.2.1 --> "aktuelle Probleme und Lösungsstrategien"
[Bearbeiten] Visionen soziale Öffnung
Vision: Der Besuch einer Hochschule muss für alle möglich sein. Weder die soziale Herkunft, noch der kulturelle Hintergrund noch die finanzielle Situation darf dabei ein Hinderungsgrund sein. Die Hochschule muss einen Zugang für alle schaffen. Sie muss also genug der gewünschten Studiengänge bereitstellen und damit Auswahlverfahren überflüssig machen. Sie muss aber auch so strukturiert sein, dass Menschen in verschiedenen Lebenslagen studieren können und einen erfolgreichen Abschluss absolvieren können. Niemand darf deswegen ausgemustert werden da sie ein Kind bekommt, sich politisch engagiert, arbeiten muss/möchte oder körperlich behindert ist. Jede die möchte kann also ein Studium aufnehmen und erfolgreich beenden.
Alle können zu dem Zeitpunkt studieren, wann sie möchten.
[Bearbeiten] Probleme (zusammengefasst)
[Bearbeiten] Probleme Demokratie an Hochschulen
Die Hochschulen von heute entfernen sich von demokratischen Zielvorstellungen. Der Rückbau staatlicher Regulierung hat nicht zu einer qualitativen Aufwertung der Hochschuldemokratie geführt. Unter dem Vorwand der Effizienzsteigerung wurden Entscheidungsbefugnisse von Rektoraten ausgeweitet und auf Hochschulräte verlagert. Die Befugnisse von Instituten und Fachbereichen hingegen stark beschnitten. Des weiteren hat die Umwandlung der Hochschule vom Selbstverwaltungs- zum Managementmodell die Mitbestimmungsrechte der Studierenden weiter abgebaut. Die scheinbare Mitbestimmung der Studierenden hat sich zu einer offensichtlichen Fremdbestimmung gewandelt.
Der aktuelle Zustand der Hochschuldemokratie spottet den hart erkämpften demokratischen Errungenschaften Hohn. Die zunehmende Fremdbestimmung der größten Betroffenengruppe, der Studierenden, behindert die Entwicklung demokratischer Persönlichkeiten. Studierende, welche den Ausbau demokratischer Rechte einfordern, werden diskreditiert. Es herrscht Demokratieverbot.
Die Konsequenz des Demokratiemangels an Schulen und Hochschulen ist die demokratieferne Gesellschaft und schlechte Lern- und Lehrbedingungen. Das Angebot an Veranstaltungen kann nicht individuell zusammengestellt werden. Die Studierende identifizieren sich nicht mit ihrer Hochschule und begreifen sich nicht als soziale Wesen. Zunehmend werden Hochschulen in die Trägerschaft öffentlich rechtlicher Stiftungen überführt und von privat organisierten Einrichtungen durch Akkreditierungsmaßnahmen gegängelt.
[Bearbeiten] Probleme Lehr- Lernbedingungen
Studienstruktur
Wir fordern den Master als Regelabschluss nach 10-12 Semestern. Der Bachelor ist nach 8 Semester zu erlangen.
Regelabschluss Master (nach 10 bis 12 Semester) Bachelor 8 Semester
=> Master als Vertiefungsangebot Erste Zeit im Studium: einführende Tutorien (zu Studienstruktur und Methoden), möglichst Interdisziplinarität, möglicherweise im 7. Semester: Ausland / Vertiefung, Forschung / Praxis, Praktikum
8 Semester: Bachelor-Arbeit
=> Forschend Lernen Projekt bezogen arbeiten Am Anfang: Lernen wie selbstständiges Studieren möglich ist höhere Mobilität
Prüfungsmodalitäten Allgemein: Größere, übergreifende Blöcke, auch über mehrere Semester
im Bachelor: 3 Blöcke pro Fach, eine Prüfung je Block zur Bachelornote
1., 2. und 8. Semester prüfungsfrei
=> individuelleres Studium durch Wahlmöglichkeiten, weniger Prüfungen, Wahl der Prüfungsmethode ein bisschen möglich
Selbstständigkeit Anfangs viele Tutorien
Am Ende: selbst organisierte Projekte, Seminare, Veranstaltungen, mit Anerkennung im Studium(!), auch Prüfungsrelevant! „PROJEKTSEMINARE“
Schaffung von thematischen Blöcken zur Ermöglichung der Wahlfreiheit innerhalb des Faches und interdisziplinär
=> Selbständigkeit und wichtige, positive Erfahrungen
Sozialkompetenz
interdisziplinär durch Projekte und Wahlfreiheit
Finanzierung Examensgehalt, bedarfsdeckend (600€), 12 Monate vor der Master-Arbeit
=> mehr Abschlüsse, gesellschaftliche Anerkennung
Mobilität: Wird durch viele dieser Maßnahmen gefördert
Inhalte
Ein anderes Studium ist möglich (langweilig....)
Breite der Lehre, Kritische Wissenschaften
Mittel zu Verfügung stellen für selbst organisierte Seminare so können Externe eingeladen werden.
Stärkung der Fachbereiche auch in personal Entscheidungen, Dezentralität bei Personalentscheidung, Autonomie
Einfluss aus Rektorat und Hochschulrat zurückdrängen
Paritätische Mitbestimmung
Wahlmöglichkeiten führen zu breiterem Seminarangebot
Studentischer Einfluss auf das Lehrprogramm
auch innerhalb eines Seminars soll das Programm gemeinsam diskutiert werden.
=> Radikaler Wissenschaftspluralismus
Lehr- und Lernformen siehe Raum
ein auf Studium bezogenes Engagement als Leistung gelten lassen (Gremienarbeit, Hochschulgruppen (z.B. KI), Omas pflegen (z.B. KI) und studentische Selbstverwaltung)
Projektseminare, Team Arbeit (siehe oben)
über ein Semester hinaus gehende Arbeitszusammenhänge
Einbindung in Forschungs- und Praxiskontexte = Lehrforschungsprojekte = eigenständige Forschungsprojekte in Seminaren
=> Sozialkompetenz
Personal und Raum
Raum
Frage des Raums, Lern- und Lebensräume, Raum in der Gesellschaft
selbst verwaltete Häuser und Räume in Instituten
Studienhaus (mit Kultur-Möglichkeit)
nicht gewinnorientiertes Sportangebot
=> Hochschule als Lebensraum
Personal
mehr Lehrbeauftragte
keine präkeren Beschäftigungsverhältnis, das heißt u.a.:
mindestens Einjahresvertrag
Anhebung der Löhne für Lehrbeauftragte, von 23 auf 40 €
Einstellung von 2000 PrivatdozentInnen als Teilzeit-Profs (im Angestelltenverhältnis) (die Leute sind da, hochqualifiziert aber nicht integriert)
mindestens 10% Aufstockung des wissenschaftlichen Personals (GEW, 2009), Betreuungsschlüssel von 16 auf 13 (GEW, 2009) 10.000 Tutorien schaffen, Tarifvertrag
Personalstruktur ändern, dahin gehend: wissenschaftliche Mitarbeiter können unabhängig vom Prof angestellt sein
[Bearbeiten] Zusammenfassung
Aktuelle Probleme und Lösungsstrategien
1. Studienstruktur
Das Ba/Ma-System in seiner jetzigen Form ist nicht mehr hinnehmbar. Verschulung, Bulimielernen, steigende AbbrecherInnenquote und vieles mehr sind Ausdruck des Scheiterns. Dem setzen wir unsere Visionen entgegen.
Als erste und grundlegende Veränderung fordern wir den Master als Regelabschluss. Die Länge des Studium beträgt so 10 bis 12 Semester. Der Bachelor, als Option das Studium mit Abschluss früher zu beenden, bleibt bestehen. Der Bachelor ist nach dem 8 Semester zu erlangen. Diese strukturelle Umgestaltung ermöglicht, weitergehende und an den Bedürfnis vieler Menschen anknüpfende Verbesserung.
In dieser geänderten Struktur fordern wir Folgendes:
- Das erste Jahr an der Hochschule gestaltet sich für viele sehr schwer. Es fehlt an Hilfestellung den Raum Hochschule kennen zu lernen, in gestaltbar zu machen. Wir fordern die Einstellung von Tutorien mit dem Ziel dies zu ändern und sich selbstständig und gestaltend im Raum Hochschule bewegen zu können.
- Entscheidend für Menschen als bewusster Akteur in Demokratie, entscheidend für ein erfolgreiches Studium und die Antwort auf „Fachidiotentum“ ist, die Möglichkeit über den Tellerrand des eigenes Fachgebietes blicken zu können. Wir fordern daher ein interdisziplinäres Studium gerade zu Beginn des Studiums. Dies bedeutet eine frei Wahl der Kurse kombiniert mit Einführungs- und Methodenveranstaltungen.
- Aus den beiden oben genannten Punkt folgern wir die Notwendigkeit die ersten beiden Semester prüfungsfrei zu gestalten.
- das siebte Semester dient der individuellen Schwerpunktsetzung, das kann bedeuten, ein Auslandssemester, Praxis im Form von Praktika, Vertiefung der Forschung als Projektarbeit u.a. zu absolvieren. Dieses Semester ist ein entscheidender Fortschritt. Forschend lernen, projektbezogen arbeiten, Selbstständigkeit und ein aktiver Zugang zur Wissenschaft wird erfahrbar.
Den Bachelor begreifen wir für Menschen als Angebot das Studium kürzer zu fassen. Wesentliche Grundlagen müssen trotzdem schon gelegt worden sein. Der Master dient nach wie vor der inhaltlichen Vertiefung, um wissenschaftliches Arbeiten zu erlernen. Der Master ist Standard...
Die Gliederung des Studiums muss neue Formen annehmen. Mit dem Gedanken der Interdisziplinarität muss es Angebot der Lehre und Forschung nach thematischen Blöcken geben. Die Wahl der Seminare, Veranstaltungen u.s.w. kann dann nicht nur fachspezifisch erfolgen. In diesem Zusammenhang fordern wir die flächendeckende Einführung von Projektseminaren. Projektseminare können verschiedene Fächer oder im Fach verschiedenste Strömungen subsumieren, definiert werden sie über das Forschungsobjekt bzw. das Ziel.
Bei einer Umstrukturierungen des Bachelor/Master System muss es Änderungen bei den Prüfungsmodalitäten geben. Wir nehmen es nicht weiter hin, dass jede Prüfung in die Endnote geht. Außerdem trägt der Status quo zur Einschränkung der Wahlfreiheit bei. Wir fordern daher:
- Allgemein: Größere, übergreifende Blöcke, auch über mehrere Semester
- im Bachelor: 3 Blöcke pro Fach, eine Prüfung je Block zur Bachelornote
- 1, 2 und 8 Semester prüfungsfrei
Nicht hinnehmbar ist die Feststellung, dass es eine erhebliche Diskrepanz zwischen StudienbeginnerInnen und der Zahl der Abschlüsse gibt. Dies hat verschiedene Gründe, ein wichtigster ist die finanzielle Situation, welche sich am Ende des Studiums negativ zuspitzt. Aus diesem Grund fordern wir ein so genanntes Examensgeld. Jenes soll ab Anmeldung der Abschlussarbeit in Höhe von XXX gezahlt werden. Sicherheit und...
2. Inhalte
Breite der Lehre, kritische Wissenschaften
Studierende müssen die thematische Breite ihres Faches kennen lernen. Das gilt insbesondere, wenn konkurrierende wissenschaftliche Schulen existieren. Ein Studium darf nicht manipulierend wirken, sondern sollte wissenschaftliche Ansätze darstellen und reflektieren. WissenschaftlerInnen müssen verschiedene Forschungsansätze verfolgen dürfen.
Diesem Anspruch wird durch eine einseitige Berufungspolitik oft zuwider gehandelt. Durch zunehmende Einflussnahme von Rektoraten und Hochschulräten, die die Finanzierung ihrer Hochschule durch Drittmittel und Sonderforschungsbereiche (z.B. „Exzellenzinitiative“) ausbauen wollen, findet vielerorts eine wissenschaftliche Verengung statt, die sich auch auf die Lehre auswirkt.
Wir fordern:
- Personalentscheidungen müssen weitestgehend dezentral, in den Fachbereichen, getroffen werden um den Einfluss von Rektoraten und Hochschulräten zu minimieren. Auch indem der Einfluss von Studierenden in Berufungsverfahren ausgeweitet wird, kann eine wissenschaftliche Breite in der Besetzung von Lehrstühlen begünstigt werden.
- Ein breites Lehrangebot der Institute ist sicherzustellen. Dazu tragen signifikante Wahlmöglichkeiten in den Studiengängen bei. Außerdem sind Studierende in die Entwicklung des Lehrangebotes einzubeziehen.
- Um eine interdisziplinäre Bildung zu gewährleisten sind zum einen Studienordnungen durchgehend so zu gestalten, dass Veranstaltungen aus anderen Fächern angerechnet werden können. Außerdem Fachübergreifende Projektseminare müssen verstärkt angeboten werden.
- Selbstorganisierte Seminare von Studierenden sind mit finanziellen Mitteln auszustatten, damit wissenschaftliche Referenten eingeladen werden können.
Lehr- und Lernformen:
Neben der passiven Wissensrezeption sollten Studierende vermehrt selbst aktiv werden, um sich Inhalte zu erschließen. Dadurch werden orientierendes Denken und ein langfristiger Lernerfolg gefördert. Außerdem werden durch Projekt- und Gruppenarbeiten soziale Kompetenzen ausgebildet.
Wir fordern:
- Projektseminare müssen die üblich und dort erbrachten Leistungen prüfungsrelevant sein.
- Durch grobmaschige Studienordnungen müssen Seminare gefördert werden, die sich über mehr als ein Semester erstrecken. Dadurch wird gemeinsames, vertiefendes Lernen ermöglicht.
- Die Studierenden sind vermehrt in die Forschung einzubeziehen. Das kann besonders gut durch „Forschungsseminare“, d.h. Seminare, in denen eine aktuelle wissenschaftliche Fragestellung untersucht wird, erreicht werden.
3. Personal und Räume
Räume:
An der Hochschule muss den Studierenden Raum gegeben werden, ihr Lernen auch selbst zu organisieren. Außerdem sollte die Hochschule nicht nur funktionaler Lehr- Lern- und Forschungsraum sein, sondern immer auch Lebensraum, durch den die Gemeinschaft gefördert wird.
Wir fordern:
- Selbst verwaltete Häuser für Studierende an jeder Hochschule
- In Instituten und Bibliotheken zusätzliche Arbeitsräume, in denen Studierende auch in Gruppen gemeinsam arbeiten können.
- Nicht Gewinn-orientierte Kultur- und Sportangebote an allen Hochschulen.
Personal: Wenn Studierende eigenständig arbeiten sollen, ist dazu eine besonders intensive Betreuung notwendig. Um Studierenden wenigstens in Ansätzen individuell betreuen zu können und um die Forschung zu stärken, ist eine deutliche Aufstockung des Personals nötig. Die prekären Beschäftigungsverhältnisse sind ebenso wie die Abhängigkeit der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen von ProfessorInnen zu beenden.
Wir fordern:
- Aufstockung des wissenschaftlichen Personals um 10% in den nächsten drei Jahren, um den Betreuungsschlüssel von 16 auf 13 Studierende zu erhöhen (vgl. GEW Studie 2009).
- Anhebung der Löhne der Lehrbeauftragte von derzeit ca. 23€ auf 40€ pro SWS.
- Weniger Zeitverträge, keine auf weniger als ein Jahr befristeten Beschäftigungsverhältnisse.
- Tarifverträge für alle Beschäftigten, auch für die TutorInnen.
- Wissenschaftliche Mitarbeiter sollen vermehrt an Instituten angestellt werden und nicht von ProfessorInnen abhängen
[Bearbeiten] Probleme soziale Öffnung
Probleme: Dieser Vision stehen in Deutschland verschiedene Probleme entgegen. Zum einen ist da der Studienplatzmangel. So nahm die Anzahl der Studienplätze in den letzten Jahrzehnten zwar zu (von 191.00 1980 auf 270.00 2004) aber die Anzahl der Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung nahm noch viel schneller zu. (220.00 auf 386.00) somit nahm die Quote der Studierenden in Prozent von denjenigen mit Hochschulzugangsberechtigung von 86% auf 69% ab. Ein weiteres Problem ist, dass oft nicht die gewünschten Studiengänge zur Verfügung stehen.
Diese Misslage wird verständlich, wenn man sich bewusst macht, dass die Bildungsausgaben in Bezug auf das BIP seit den 60. Jahren gesunken sind (Zahlen suchen). Zusätzlich dazu wird auch noch pro Studi weniger ausgegeben, auch das weist auf finanzielle Probleme hin.
Problematisch beim Zugang zu Hochschulen ist zudem, dass eine Hochschulzugangsberechtigung Voraussetzung für die Aufnahme eines Studiums ist. Da schon im Schulsystem viele Selektionsmechanismen greifen, ist der Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung voraussetzungsvoll. Daher ist noch weiter darüber nachzudenken, wie auch Menschen ohne Zugangsberechtigung ein Studium ermöglicht werden kann.
Finanzen spielen auch auf der anderen Seite eine wichtige Rolle. Wie werden Studierende während ihres Studiums finanziell unterstützt? Zum einen gibt es Eltern. Diese bezahlen ihren Kindern oft das Studium. Das Problem dabei ist, dass nur die Kinder finanziell besser gestellter Eltern darüber ihr Studium finanzieren können. Auch wollen manche Eltern ihren Kindern kein Geld für Bildung geben oder die Verhältnisse in den Familien sind so zerrüttet dass die Kinder nicht fragen können. Somit werden viele zurückgelassen. Diese wiederum, so wird es gesagt, werden vom Staat unterstützt. Zum einen durch Stiftungen. Allerdings wird dort oft nicht nach sozialen Kriterien ausgewählt, was dazu führt dass viele sowieso schon Privilegierte noch zusätzlich gefördert werden (Beispiel: die Zahl der Stipendiat_innen, die lediglich das Büchergeld bekommen liegt derzeit bei 80%, sodass klar wird, dass Stipendien fast nie bedarfsorientiert vergeben wird). Diejenigen die in ihrer Kindheit weniger von Eltern gefördert wurden, die nicht die finanziellen Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme an Kulturprogrammen hatten und die keine Zeit hatten sich sozial zu engagieren haben sehr schlechte Chancen auf einen Stipendiums Platz. Ein weiteres Mittel, dass es gibt ist Bafög. Allerdings ist dies unübersichtlich gestaltet und die Bemessungsgrenzen sind sehr eng. Das erste führt dazu, dass sich viele nicht trauen oder abgeschreckt werden überhaupt Bafög zu beantragen. Das zweite dazu, dass viele nicht genug oder gar kein Geld bekommen. Auch ist es schwierig die Fächer zu wechseln oder sich breiter in der Uni zu bilden, da das Bafög nur in einem begrenzten Zeitraum ausgezahlt wird. Problematisch ist zudem, dass Bafög nach dem Studium zurückgezahlt werden muss. Auch dies ist ein Kriterium, das zum einen diejenigen, die nicht von zu Hause aus Geld bekommen, benachteiligt, andererseits abschreckend ist. Dann werden noch Kredite angeboten. Aber diese sind verzinst (oft hoch Zahl?) und müssen zurückgezahlt werden. Dieses Risiko einer großen finanziellen Belastung nach dem Studium wollen viele nicht eingehen. Auch hier sind wieder die ohne akademischen Hintergrund benachteiligt, da sie sich meist weniger sicher sind, was sie studieren wollen und auch weniger Zusprache erhalten, dass sie ihr Studium schaffen werden. Sie also oft mehr Angst davor haben am ende mit Schulden aber ohne Abschluss dazustehen. Eine letzte Möglichkeit wäre noch arbeiten. Dabei muss man aber feststellen, dass bei den heutigen Studiengängen ein paralleles Arbeiten sehr schwierig ist. Gerade wenn der ganze Lebensunterhalt damit bestritten werden soll. Es ist fast unmöglich gut zu studieren und gleichzeitig viel zu arbeiten. Alles in allen wird somit vielen, die sich ein Studium wünschen, dieses durch ihre finanzielle Situation verwehrt.
Aber es gibt auch noch andere Probleme an der Uni. Oft sind die Studiengänge so konzipiert, dass nicht genug zeit bleibt, wenn jemand sich sozial engagieren möchte oder ein Kind bekommt. Die Hochschulen sind nur noch auf ganztags Studierende eingestellt. Alle anderen haben es schwer mit den Stundenplänen klar zu kommen oder die geforderten Leistungen zu erbringen. Auch dadurch wird vielen ein erfolgreicher Abschluss verwehrt. Auch Menschen mit körperlichen Behinderungen werden nicht genug berücksichtigt. Es gibt immer noch viele Orte in der Uni, an die sie nicht gelangen können. Viele Informationen, die für sie schwerer zu bekommen sind. Auch mangelt es immer noch an Akzeptanz, sowohl von Seiten der anderen Studierenden als auch von Seiten der Profs und Angestellten.
Dabei darf aber auch nicht übersehen werden, dass sehr viele Selektionsmechanismen schon vor der Uni, im Schulsystem stattfindet. Gerade nach kultureller Herkunft wird in unserem Deutschland sehr stark gesiebt und es erhalten nur wenige Kinder mit Migrationshintergrund eine Hochschulzugangsberechtigung. Auch soziale Kriterien spielen eine entschiedene Rolle. Die Chance für eine Akademikerkind das Gymnasium zu beenden ist viermal so hoch wie die eines Arbeiterkindes. Und im Vergleich zu dem aus einer Familie die aus Sozialhilfe lebt, ist sie noch mal höher. Es wird im Schulsystem vor sortiert und dann bei der Uni noch einmal nach, so dass es für einige Kinder sehr viel schwerer ist auf die Uni zu kommen.
Eine recht neue Entwicklung ist, dass begonnen wird eine Hierarchie zwischen den Hochschulen aufzubauen. Sowohl Exzellenz Initiative als auch die hohe Anzahl von Rankings führen in diese Richtung. Es könnte sein, dass es eines Tages nicht mehr reicht bloß an „einer“ Hochschule gewesen zu sein, man muss dann an „der“ Hochschule für ein bestimmtes Fach gewesen um etwas zu zählen. Auch das wird dann wieder ein Ausschluss Faktor für viele werden. Und es kostet viel Geld schon heute wird für die Elitfördeung allein auf Bundesebene etwa halb so viel wie für das gesamte Bafög ausgegeben. Und das obwohl die „Elite“ sowieso noch von privaten Geldgebern gefördert wird und meist wohlhabende Eltern hat.
Es haben also sehr viel in Deutschland nicht die Möglichkeit ein Hochschulbildung zu absolvieren. Dies ligt sowohl an der der Gesellschaft als auch an politischen Entscheidungen.
[Bearbeiten] Alternativen / Forderungen (zusammengefasst)
[Bearbeiten] Alternativen / Forderungen Demokratische Hochschule
3. Die Forderungen Wenn es uns nicht gelingt, die hart erkämpften demokratischen Errungenschaften in der Gesellschaft zu verankern und diese weiter auszubauen, wird die Demokratie, in ihrer gegenwärtig oberflächlichen Form, sterben. Die Entwicklung der Hochschulen von der Ordinarienhochschule zur Gruppenhochschule muss in der demokratischen Hochschule münden. Nur wenn Studierende an möglichst allen, sie betreffenden Entscheidungen, beteiligt sind, werden sie sich als emanzipierte, kritische und demokratische Individuen mit ihrer Hochschule identifizieren und einen Beitrag zu einer aufgeklärten Gesellschaft leisten. Die schlechte Umsetzung des Bologna-Prozesses hat gezeigt, dass Hochschulreformen nie mehr ohne gleichberechtigte studentische Beteiligung umgesetzt werden dürfen.
Deshalb fordern wir: Das BVerfG-Urteil von 1973 darf kein Hindernis der Demokratisierung der Hochschulen sein. Deshalb fordern wir eine Kommission, die sich mit der Frage beschäftigt, in welchen Gremien, bei welchen Aufgaben eine Drittelparität möglich ist. Wenn nötig, muss das Grundgesetz geändert werden, damit die Demokratisierung der Hochschulen nicht im Widerspruch zur Wissenschaftsfreiheit steht. Es sind direktdemokratische Partizipationsmöglichkeiten einzurichten, welche demokratische Praxis an den Hochschulen erfahrbar macht und von Seiten der Studierenden Kontrolle ermöglicht. Damit die Studierenden im Zentrum des Interesses der Professorinnen und Professoren stehen, fordern wir, dass diese zukünftig von Studierenden berufen werden. Hochschulräte, welche die Intrumentalisierung der Wissenschaft vorantreiben, wie beispielsweise die Hochschulräte in ihrer aktuellen Form, sind abzuschaffen. Damit die Mitbestimmungsrechte endlich nicht mehr zur Disposition stehen, müssen sie entgültig gesetzlich verankert werden.
[Bearbeiten] Alternativen / Forderungen Lehr-, Lernbedingungen
siehe Probleme
[Bearbeiten] Alternativen / Forderungen soziale Öffnung
Aus den genannten Problemen resultieren in logischer Konsequenz bestimmte Forderungen, die ein alternatives, sozial offenes und gerechtes Bildungssystem schaffen können. An dieser Stelle ist der Schwerpunkt der Alternativvorschläge auf Hochschulen gelegt. Uns ist allerdings bewusst, dass gerade die soziale Selektion des Bildungssystems schon lange vor der Zeit des Studiums greift. Diese Missstände zu bereinigen ist ebenfalls vonnöten, soll hier aber nicht Thema sein.
Allen, die studieren möchten, sollte dies ermöglicht werden. Dazu ist es zum einen notwendig, die vorhandenen Zulassungsbeschränkungen aufzuheben. Dies kann nur durch den Ausbau von Studienplätzen gewährleistet werden, sodass für alle StudienbewerberInnen auch ein Platz zur Verfügung steht. Es müssen neue Studienplätze geschaffen werden, was durch eine sinnvolle Verteilung von bereits vorhandenen Ressourcen erleichtert werden kann. Durch diese Umverteilung würden Studienplatzangebote an die tatsächlichen Studienwünsche der BewerberInnen angepasst werden. Gibt es ausreichend Studienplätze für alle, werden Zulassungsbeschränkungen unnötig, der Studienzugang ist einzig vom Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung abhängig. (Dies sollte unserer Meinung nach langfristig allerdings auch geändert werden. Einzelne Ausbildungseinrichtungen sollten nicht voneinander getrennt sein, sondern zu einer großen Bildungseinrichtung zusammengefasst werden.)
Zum anderen müssen die finanziellen Möglichkeiten zum Studieren geschaffen werden. Dies macht vor allem die Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren nötig. Bildung sollte allein durch Land und Bund finanziert werden, was durch einen progressiven Steuersatz für Vielverdiener und sozial verträgliche Umverteilung vorhandener Finanzmittel zu ermöglichen wäre. Neben der Gebührenfreiheit von (Aus-) Bildung, muss auch die finanzielle Unabhängigkeit aller Studierenden gewährleistet werden. Hierzu gibt es mehrere mögliche Ansätze. Das bestehende BAföG ist bedarfsgebunden. Dies könnte in der Form auch weiter bestehen, allerdings müssten die Bemessungsgrenzen herabgesetzt und gleichzeitig die Regelsätze angehoben werden. Außerdem sollte berücksichtigt werden, ob Studierende mit wohlhabenden Eltern auch tatsächlich von diesen unterstützt werden. Ist dies nicht der Fall, sollten auch sie BAföG beziehen können. Bedarfsgebundenes BAföG sollte nicht zurückgezahlt werden müssen! Auch elternunabhängiges BAföG ist denkbar, bei dem alle an einer Hochschule eingeschriebenen Personen einen bestimmten Betrag pro Monat zur Verfügung gestellt bekommen. Diese Art von BAföG müsste allerdings an Minimalleistungsnachweise (zum Beispiel kleine Klausuren in regelmäßigen Abständen) gekoppelt sein, oder nur für einen bestimmten Zeitraum gezahlt werden. Ansonsten läuft man Gefahr, ein unabhängiges Grundeinkommen für alle Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung zu schaffen, was einem „Bildungshonorar“ gleichkommen würde. Dies allerdings wäre nur dann gerecht, wenn auch außerhalb des Bildungssystems weitere Regelungen geschaffen werden, um ein unabhängiges Grundeinkommen in die Gesellschaft einzubetten. Eine weitere Möglichkeit wäre, Studierenden in den letzten Semestern, in denen Abschlussprüfungen/ Abschlussarbeiten geschrieben werden, finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen.
Um allen Interessierten ein Studium zu ermöglichen, müssen außerdem jegliche Formen der Diskriminierung, auch und vor allem die institutionalisierten, abgeschafft werden. Ein Studium mit (körperlichen) Behinderungen muss durch vollständige Barrierefreiheit und die Option auf Betreuung gewährleistet werden. Um auch mit Kind angemessen Studieren zu können, müssen ausreichend kostenfreie Kinderbetreuungsplätze an allen Hochschulen geschaffen werden. Außerdem sollte die Möglichkeit für ein Teilzeitstudium gegeben sein. Dies würde es auch ermöglichen, neben dem Beruf zu Studieren. Auch ein Studium im Alter sollte für jede/n ermöglicht werden, der/ die Interesse daran hat.
[Bearbeiten] Quellen
GEW, 2009 - [genauere Angaben ergänzen! falls online verfügbar, Link einfügen!]
