AK Demokratische Bildungseinrichtungen

Aus Unsere Bildung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Hier soll die Dokumentation der AG "Demokratische Bildungseinrichtungen" vom bundesweiten Vernetzungstreffen in Potsdam vom 18. bis 20. Dezember 2009 zusammengeführt werden.

[Bearbeiten] Protokolle

[Bearbeiten] Phase I

Termin: AG-Phase I am Sa, 19.12.2009, 11:00-16:00, Raum 0.38 in Haus 22
Moderation: Johannes (Berlin)
Protokoll: Miriam (Konstanz)
Anwesende: s.o., Steffen (Potsdam), Ana Mari (Münster), Claas (Bremen), Paula (Bremen), Robin (Potsdam), Olaf (Chemnitz), Volker (Halle), Ronja (Magdeburg),


  • 1. Berichte

a) Unis Potsdam: Studentische Selbstverwaltung parlamentarisch mit AStA als Exekutive, Fachschaften hauptsächlich praktisch/kulturell aktiv, StuPa politisiert; Mitbestimmung in Gremien nicht richtig möglich, weil Studierende zu wenig Stimme in den auf 4 Statusgruppen (Studis, Profs, akad. Mitarbeiter_innen, nichtakad. Mitarbeiter_innen) haben
Halle: StuRa-System, Studierendenschaft hat allgemeinpolitisches Mandat, keine Zwangsmitgliedschaft in Verfasster Studierendenschaft sondern Opt-Out
Bremen: StuRa (genannt SR) bestimmt auch Gremienvertreter_innen
Konstanz: keine verfasste Studierendenschaft, kein politisches Mandat, keine Finanzhoheit weil in BaWü verboten, Umgehung des LHG von BaWü durch rätedemokratisches "Unabhängiges Modell", das den offiziellen AStA ersetzt; Gremienvertreter_innen werden aus der Selbstverwaltung heraus besetzt
Magdeburg: Rätesystem der studentischen Selbstverwaltung ohne AStA als Exekutive Selbstverwaltung funktioniert. Probleme bloß wegen mangelnder Verfasster Studierendenschaft in Bayern & BaWü; dazu LAK-Kampagne Mitbestimmung in Gremien ist unzureichend Frage der Politisierung der Studierendenschaften und Schüler_innen: Vorhandene Möglichkeiten werden nicht voll ausgenutzt.

b) Schulen SV macht viel kulturelles, bestimmt aber wenig mit, Möglichkeiten werden unzureichend genutzt. Strukturen der Selbstverwaltung sind zum Teil nicht stabil. Klüngel ist teilweise Problem. "Natürliche Autorität" der Erwachsenen wird von denen ausgenutzt, hierarichische Strukturen ("du" vs. "Sie"; Noten; ...) sind überall z.B. NRW hat in Schulkonferenz 1/2 Lehrer_innen, 1/4 Schüler_innen, 1/4 Eltern. Drittelparität wäre wünschenswert z.B. Berlin hat Schulkonferenz mit 4 Lehrer_innen, 4 Schüler_innen, 4 Elternteilen, 1 Rektor_in, 1 Externe_r). Veto ist also möglich wenn eine weitere Person überzeugt werden kann

  • 2. Problemfelder

Übermäßig starke Rolle der Rektorate
Gremienproporz
Mangelnde Ausnutzung von Möglichkeiten
Hierarchischer Umgang beim Lehren und Lernen
Fehlende Transparenz


  • 3. Idealvorstellung und der Weg dahin

Aufteilung in 3 Kleingruppen zu folgenden Themenfeldern:
I) Lehr- & Lernkultur + Hierarchien
II) Repräsentation in Gremien a) im Rahmen der Gesetze b) als Ideal
III) Ausnutzung vorhandener Strukturen + Politisierung der Lernenden + Basisbezug & Transparenz

Ideensammlungen der Kleingruppen sind abfotographiert worden.

I) Demokratisierung der Lehre

Formale Hierarchien beseitigen: duzen, unhierarchische Raumordnung, gleichberechtigter Dialog, Rückmeldung statt Noten geben
Philosophie des gegenseitigen Lehrens und Lernens verbreiten, sich als gleichberechtigte Menschen begreifen
Eigene Verantwortung als Lernende übernehmen: Lehrende mit Problemen deren Lehre konfrontieren;
Rückmeldung über eigenes Lernen aktiv einfordern; Raumordnung thematisieren und umstellen
Evaluation idealerweise bleiben lassen und durch direkten Dialog ersetzen. Mindestens durch Studierende konzipieren lassen
Schriftliche Rückmeldung (möglichst STATT Noten) festschreiben
Lehrende als Unterstützung für Lernende und Anleitende. Rolle nicht primär durch Wissensvorsprung, sondern durch methodische Fähigkeit, Wissen weiterzugeben, definieren
Didaktikausbildung mindestens gleichberechtigte Rolle neben Fachausbildung von Lehrämtlern einräumen.
Als notwendige Konsequenz eigene Lehrveranstaltungen in Mathe/NaWis Verpflichtende Didaktik für alle Lehrenden, auch an den Hochschulen
Berufungsverfahren müssen neben der Forschung gleichberechtigt auch die Lehre berücksichtigen: Mehr Studierende in Berufungskommissionen wo das noch nicht ausgeschöpft ist; Vorstellungsvortrag in den regulären Lehrbetrieb integrieren und evaluieren
Maximal 15 Leute / Gruppe. Möglichst mehrere Lehrende pro Gruppe bzw. Tutorensystem.
Ressourcen!
Einbindung von Sozialpädagog_innen und Psycholog_innen in den Schulbetrieb Mittel und Räume stellen, Ressourcen!
Psychologische Grundausbildung als Option in der Lehramtsausbildung standardmäßig anbieten Zulassen aller Ideen und Methoden in Lernräumen
Offenheit von Lehrenden-Kollegia fördern, Ausgrenzungsversuche thematisieren
Auswahl von Materialien und Lernformen durch die Lernenden ermöglichen, Alternativen ermöglichen


II) Demokratisierung der Strukturen

1. Bedingungen im Rahmen der heute gegebenen Möglichkeiten verbessern 2. Urteil des Bundesverfassungsgerichts angreifen 3. Auflösung der Statusgruppen 4. Basisdemokratische und hierarchiefreie Hochschule

Zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1973, dass Profs 50% in Lehrfragen und die absolute Mehrheit in Forschungsfragen haben müssen:
dagegen mobilisieren und aufklären über momentan vorenthaltene Möglichkeiten der Gestaltung Bündnis aufbauen
juristische Unterstützung suchen und Klage einreichen
Bundesweite Kampagne


III) Demokratisierung der Lernenden ;-P

Raum und Zeit müssen gegeben sein Freiräume notwendig für Selbstorganisation und kritische Auseinandersetzung Füllen des Freiraums mit Infos und Angeboten Kompetenz der (potentiell) Aktiven produktiv einbringen Kultur der Gleichberechtigung und Einbindung in allen Treffen und Gremien etablieren Methodische Kompetenz aneignen und weitergeben Transparenz und Information schaffen Öffentlichkeit aller Sitzungen! Zeitungen und Newsletter zur Kommunikation von Aufgaben und Aktivitäten


@ potsdambrennt@gmx.de mit Betreff "Protokoll Vernetzungstreffen"

[Bearbeiten] Phase II

Termin: AG-Phase II am Sa, 19.12.2009, ca. 22:00-23:45, Raum 0.38 in Haus 22
Protokoll: Miriam (Konstanz)
Anwesende: s.o., Steffen (Potsdam), Claas (Bremen), Paula (Bremen), Robin (Potsdam), Thomas (Potsdam), Jan (Oldenburg)

Umsetzung der Klage gegen das BVG-Urteil

Vorneweg: Dies ist eine rein Hochschulbezogene Thematik!! An den Schulen existiert ein derartiges Urteil nicht. Na und.

a) Juristisches Vorgehen Informationsbedarf: Gab es schonmal eine Anfechtung des Urteils? Woran ist diese ggf. gescheitert? Möglichkeiten die uns bekannt sind, das Urteil anzufechten: Abstrakte Normkontrollklage: Klage gegen HRG trotz BVG-Urteil, geht nur durch Bundes- oder Landesregierung oder Quorum des Bundestags. Landtagswahl NRW zu nutzen ist nicht realistisch, da schon Studiengebühren ein wichtiges Bildungsstreik-Thema sein werden EuGH: Klage auf Europa-Eben ist durch einzelne Betroffene möglich Begründung des Urteils: "kraft ihres Amtes erhöhte Verantwortung" --> Bildungsbegriff der hauptsächlich von Lehrenden ausgeht ==> Führerprinzip! Jurist_innen anfragen!!! (Arbeitskreis kritischer Jurist_innen etc.); Angebot aus dem Plenum von ak_viertelparitaet@wuerzbrug-brennt.de

b) Organisatorisches Vorgehen Lokale Bündnisse aufbauen und bundesweit vernetzen Problematik unter Studierenden verbreiten; Aufforderungs-E-Mail oder E-Petition an Bundestag schicken Vernetzung, d.h. konkretes Ansprechen von GEW & BdWi Wiki einrichten über unsere-bildung.de (durch Karlsruhe verwaltet) Mailverteiler mit Stichwort [BVG 1973]

c) Argumente für Anfechtung des Urteils Verbesserung der Mitbestimmungsmöglichkeiten in Aussicht. Diese ist Voraussetzung für viele weitere unserer Anliegen. Beseitigung dieses fragwürdigen, von ungleichberechtigendem Denken geprägten Urteils ist überfällig Verfassungsklage schafft Riesen-Öffentlichkeit

Persönliche Werkzeuge